Spieltechnik und Grundsätzliches

Spielraum | Spielfeld | Spielziel | Spieltechnik | Spielsinn | Spieltugenden | Spielinszenierung

Spielraum: Das Spiel entfaltet eine besondere Faszination, wenn möglichst viel freier Raum zur Verfügung steht, so dass die Kugel weit außerhalb des eigentlichen Spielfeldes gestartet werden kann. Bei günstiger Beschaffenheit des Bodens - z.B. Parkett, Linoleum, glatter Steinfußboden o.ä. - und "richtigem" Anschub rollt die Kugel so schon längere Zeit, bevor sie auf das Spielfeld kommt. Die Spielfeldfolie wird möglichst präzise in der Raurnmitte platziert; die Spieler(innen) stehen im weitest möglichen Abstand in einem geschlossenen Kreis bzw. Karré um die Spielfeldfolie herum.

Spielfeld: Das Spielfeld ist aus festem, glatten Material, damit die Kugel beim Eintritt auf das Spielfeld so wenig wie möglich im Lauf beeinflusst wird. Es empfiehlt sich daher, das Spielfeld immer so einzurollen, dass die zu bespielende Seite außen ist und dadurch glatt auf dem Boden aufliegen kann, wenn man sie entrollt.

Spielziel: Dabei wird der Tatsache Aufmerksamkeit zu schenken sein, dass es darum geht, so zu spielen, dass die unterschiedlichen Bewegungsformen in der Mitte zur Deckung kommen:
Die Kugel beschreibt ja keine konzentrischen Kreise, in die das Spielfeld eingeteilt ist; sie bewegt sich spiralförmig nach innen und legt dabei zugleich eine unterschiedlich große lineare Strecke im Raum zurück. Hinzu kommen noch kaum vorhersehbare Einflüsse der Bodenbeschaffenheit und natürlich die je individuelle Art des Anschubs.

Spieltechnik: Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich die Kugel nur dann in die Mitte bewegen wird, wenn ich sie so starte, dass ihre Delle zu mir, ihre Rundung aber zur Spielfläche weist. Dann wird sie im Uhrzeigersinn um die Mitte kreisen.
Für manche Rechtshänder macht es Sinn, die Kugel gegen den Uhrzeigersinn zu bewegen. Dann ist es wichtig, die Kugel auf die offene rechte Hand zu legen und die Delle nach außen, zum Daumen hinzeigend, die Rundung nach innen zu bewegen. Auch mit dieser Startposition werden gute Würfe gelingen.
Am effektivsten aber ist es bei beiden Spielrichtungen in der Regel, wenn die Kugel beim Start bereits entsprechend auf dem Boden auffliegt und dann mit der flachen Hand bzw. den Fingern beschleunigt wird.

Spielsinn: Der Spielverlauf selbst übt Geduld, Konzentration und - nicht zuletzt - Frustrationstoleranz. Denn dass die Kugel die Mitte trifft - und dort ruht - kommt nur selten vor. Erfahrungsgemäß gibt es zwei Wege zum "Erfolg": ein allmähliches Sich-Einfühlen - oder ein spontanes Gelingen. Da beides aber nicht zu einem beliebig wiederholbaren Ergebnis führt, wird deutlich: das Finden der Mitte hat zwar etwas mit Übung zu tun, ist aber nicht das Ergebnis von Übung, "transzendiert" also mein Suchen bzw. Bemühen.

Bei zunehmender Vertrautheit mit dem Spiel wird es auch möglich sein, die Kugel mit ihrem "Defekt" sowie den je besonderen Anschub, den die Teilnehmer(innen) der Kugel geben und ihre daraus sich entwickelnde Bahn stärker auf das eigene Selbst zu beziehen, etwa mit den Fragen:

Was ist für mich "Mitte"?
Was lässt sie mich suchen, was hindert mich am Finden?
Wie finde ich einen Weg, mit der "defekten" Kugel so umzugehen, dass sie in der Mitte zur Ruhe kommt?
Wie entwickle ich eine Sensibilität dafür, ihren - vielleicht auch meinen? - "Defekt" so zu "handhaben", dass ich der Mitte nahe komme?

Spieltugenden: Wichtig bleibt bei allen Varianten und Versuchen, dass der Grundcharakter des Spiels insgesamt gewahrt bleibt: es geht um
Geduld (z.B. beim Abwarten, bis die Kugel wirklich absolut ruht, bevor weiter gespielt werden darf), um
Konzentration (durch die strenge Form des Spielfeldes wird die Hinführung zur Mitte ausgedrückt) und um - wenn man so will -
Selbstdisziplin, insofern die Fehlversuche und damit verbundenen Frustrationen auch ausgehalten werden - "Tugenden" allerdings, die quer zur üblichen Lebensphilosophie unserer Gesellschaft liegen.
Die Chance des Spiels liegt jedoch gerade darin, dass eben auf dem spielerischem Weg und seiner Faszination solche Tugenden sich wieder entfalten können.

Spielinzenierung: Hier kommt es auf die richtige "Inszenierung" des Spieles an, gleich ob das Spiel nun im Rahmen des Religionsunterrichtes oder im Rahmen einer beliebigen Gruppe von Leuten gespielt wird. Zu den verschiedenen Möglichkeiten der Inszenierung siehe auch unter: das Spielfeld als Symbol des stufenweisen Erkennens.

Auf diesem Hintergrund sind die folgenden Spielvorschläge zu sehen, die gerne durch eigene Ideen verändert und weitergeführt werden können.
Sollten gute und auch für andere interessante Spielvarianten auf diesem Wege entstehen, senden Sie doch Ihre Vorschläge an uns. Wir werden sicher bei der Neuauflage der Spielanleitung gute Spielvorschläge mitaufnehmen können.
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Letzte Änderung am 16.05.2001 um 16:35